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Braunfäulepilze bauen selektiv die weiße Zellulose ab und lassen das bräunliche Lignin zurück. Dadurch sind die Zugfestigkeit gebenden Elemente zerstört und es bleibt das amorphe Grundgerüst, vergleichbar dem Beton im Stahlbeton-Träger zurück. Dieses kann kaum mehr zur Festigkeit des Bauteils beitragen. Sichtbar wird der Befall durch die braune Färbung und die typischen Schwindrisse, die eine würfelförmige Struktur (Würfelbruch) aufweisen.
Eine Vielzahl verschiedener Schadorganismen ist für dieses Schadbild verantwortlich. In Gebäuden kommen dagegen unter normalen Bedingungen nur einige Pilze vor, von denen der Braune Kellerschwamm (Coniophora puteana), die Porenschwämme (Poria ssp.) und vor allem der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) die wichtigsten sind. Oft sind außer dem zerstörten Holz keine weiteren Merkmale mehr vorhanden, die eine nähere Diagnose ermöglichen. In diesem Fall ist es wichtig, den Echten Hausschwamm als Erreger auszuschließen, da er deutlich gefährlicher ist, als die anderen Pilze, die eine hohe Holzfeuchte benötigen und durch Abtrocknung wieder absterben.


Für den Echte Hausschwamm typisch, sind seine Stränge und Mycelien zwischen Holz und Mauerwerk, die auch Mörtelfugen einer Wand durchwachsen.
Der Hausschwamm benötigt für eine Erstbesiedelung des Holzes wie alle anderen holzzerstörenden Pilze eine Feuchte von etwa 25-30%. Dies entspricht der Ausgleichsfeuchte des Holzes bei ca. 90% Luftfeuchte. Konnte der Lebensraum erobert werden, so genügen jedoch Feuchten von etwa 20% und weniger, um zu überleben. Möglich wird diese einmalige Lebensweise durch dicke Gefäßhyphen, die aktiv Wasser von Orten hoher Feuchte zum aktiven Befall transportieren können. Somit kann der Hausschwamm auch überleben, wenn die Feuchtequellen abgestellt werden, im Gegensatz zu allen anderen holzzerstörenden Pilzen.
Daher unterliegt der Hausschwamm einer besonderen Beachtung, da von nicht fachgerechten, unvollständigen Sanierungen eine latente Gefahr des Neubefalls ausgeht. Insbesondere Nutzungsänderungen alter Gebäude, die oft mit Änderungen der bauphysikalischen Bedingungen verbunden sind (Wärmedämmung, Luftfeuchten, Luftwechselraten, Verkleidungen, Dampfsperren, etc.) können ein lange verborgen bleibendes Aufleben auslösen,

Durch diese Spezialisierung wird der Hausschwamm aber gleichzeitig empfindlich gegen Veränderungen seines optimalen Lebensraumes, z.B. bei zu hohen Feuchten oder auch Zugluft (Grosser 1985, Schmidt 1994).
Mehr über den Hausschwamm finden Sie z.B. bei hausschwamminfo.de


Der Braune Kellerschwamm (Coniophora puteana) und die Porenschwämme (Poria ssp.) zeigen teilweise ähnliche Befallsbilder (Stränge, Fruchtkörper, Braunfäule) wie der Echte Hausschwamm. Sie benötigen zu ihrem Überleben jedoch eine höhere Holzfeuchte von ca. 40-60%. Durch die Abstellung der Feuchteursachen kommt der Befall zu Erliegen und die Schutzmaßnahmen können sich auf den Ausbau der zerstörten Holzbauteile beschränken. Das Risiko eines Wiederauflebens besteht unter Berücksichtigung bauphysikalischer Grundlagen nicht, im Gegensatz zum Echten Hausschwamm.

Die Gefährdung durch Kellerschwamm und Porenschwamm sowie andere Pilze ist daher deutlich geringer einzustufen.


Weißfäulepilze bauen gleichmäßig Zellulose und Lignin ab, wodurch das Holz teilweise wie gebleicht erscheint. Typisch ist die faserige Auflösung des Holzes bei fortgeschrittenem Befall. In früheren Stadien, bei denen das Holz trotz Masseverlusten noch relativ hohe Festigkeiten aufweist, ist der Befall durch deutlich schwarz umrandete Wachstumszonen geprägt, die von Abfallprodukte (Melanine) gebildet werden. Weißfäulen benötigen eine deutlich höhere Holzfeuchte als die üblichen Gebäudepilze, die alle eine Braunfäule verursachen. Die Holzfeuchten liegen mit 40-100% deutlich über der Fasersättigunsfeuchte, die sich bei Feuchtesättigung der Umgebungsluft einstellt. Somit sind Weißfäulen in Gebäuden eine Folge von Leckagen. Unter normalen Bedingungen sind sie dagegen meist nur an schlecht gelagertem Schnittholz oder Totholz im Wald zu finden.

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